Theoretisch kann ich’s…

Heute habe ich bei der Landesluftfahrtbehörde in Hamburg meine ‚Theoretische Luftfahrerprüfung‘ abgelegt und bestanden. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur PPL, denn nur mit bestandener Theorieprüfung und nach dem ersten Soloflug kann die Ausbildung mit dem Überland-Teil, also Flügen über die Umgebung von EDHL hinaus, fortgesetzt werden.
Sofern das Wetter mitspielt, werde ich in den kommenden Wochen also viele Flüge zu fremden Plätzen durchführen und dort auch Platzrunden üben. Ein Teil der Missions wird noch mit Fluglehrer geflogen, der Rest als Soloflug mit Flugauftrag. Wenn das erledigt ist, fehlt noch der sogenannte Navigations-Dreiecksflug, bei dem der Flugschüler solo ein Dreieck über 270 km fliegt und auf zwei vom Startort verschiedenen Plätzen landet.

Die Theorieprüfung selbst lief sehr entspannt ab, was sicher auch an den sehr freundlichen Mitarbeitern der Landesluftfahrtbehörde liegt. Die Prüflinge (oder um im Amtsdeutsch zu bleiben: Bewerber) haben jeweils einen Laptop vor sich, da die Prüfung vollständig am PC abgenommen wird. Nach ein paar Vorbemerkungen über den Ablauf der Prüfung kann man sich mit den zuvor ausgehändigten Zugangsdaten einloggen und sieht zunächst eine Übersicht über die zu erledigenden Fächer. Bei der EASA-PPL sind das neun Gebiete:

  • Meteorologie
  • Grundlagen des Fliegens
  • Luftfahrzeugkunde
  • Betriebliche Verfahren
  • Navigation
  • Flugplanung
  • Luftrecht
  • Menschliches Leistungsvermögen
  • Flugleistung

Nun hat man die freie Wahl, in welcher Reihenfolge die Fächer bearbeitet werden. Sobald man ein Gebiet bearbeitet, läuft die vorgegebene Zeit rückwärts und es gibt keine Möglichkeit, die Uhr zu unterbrechen – auf die Toilette sollte man also zwischen den einzelnen Fächern gehen 🙂 Solange die Zeit läuft, kann man beliebig zwischen den Fragen hin- und herschalten, aber immer nur innerhalb eines Faches. Wenn man das Fach abschließt, landet man wieder im Hauptmenü und kann auswählen, welches Gebiet als nächstes bearbeitet werden soll.
Wenn man sich vorbereitet hat, braucht man für die meisten Fächer weniger Zeit, als zur Verfügung steht, so dass man in Ruhe alles noch mal kontrollieren kann. Lediglich die Flugplanungsaufgabe ist mit 45 Minuten eher knapp bemessen. Hier ist gute Vorbereitung ein Muss, denn viel Zeit zum Nachdenken und Erschließen von Unklarheiten bleibt nicht.

Nachdem alle Fragen beantwortet sind, beendet man die Befragung und der Prüfer kann an seinem PC direkt das Ergebnis für alle Fächer einsehen. Er druckt dann einen Ergebnisbogen aus, den man für die Flugschule mitnimmt und das war’s…

Tipps für diejenigen, die die Theorieprüfung noch vor sich haben:

  • Oft ist der erste Impuls der richtige und man „verschlimmbessert“ nur, wenn man zuviel nachdenkt und die Lösung im Antwortbogen nachträglich korrigiert!
  • Das Ablegen bzw. die Anmeldung zur Prüfung nicht auf ‚die lange Bank‘ schieben, sondern zügig erledigen. Ohne bestandene Theorie keine Überlandflüge – außerdem ist es gut für die Motivation, wenn man eine Etappe erledigt hat!
  • Bestimmte Inhalte sollte man wirklich verstanden haben, da sie auch für die Praxis von Bedeutung sind. Aber ein großer Teil ist reines (zum Teil recht praxisfremdes) Theoriewissen, das man sich durch stumpfes Auswendiglernen und häufiges Wiederholen aneignen kann. Es gibt diverse Software, die einen beim Pauken unterstützt (z.B. kostenlos unter www.open-ppl.de).

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